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"Also, unser Thema ist die sexuelle Unlust meiner Frau"

… dieser Satz ist oft der Start der Paartherapie, also ein Paartherapie-Klassiker.

Gefolgt von …
„Ich helfe ihr doch! Neulich habe ich sogar das Bad geputzt!“ 🧽✨

🤨 Diese Aussagen lassen bei mir Fragezeichen aufblinken… ❓❓
Warum „helfen“? Ist es nicht eine gemeinsame Aufgabe, sich um Kinder, Haushalt, Geburtstage und die Weihnachtsdeko zu kümmern? 🎄🎂👶

Oder habe ich etwa übersehen, dass die Wohnung offiziell als Ein-Frau-Betrieb angemeldet wurde? 🏠🙃

Warum Frauen mit Mehrfachbelastung oft keine Lust auf Sex haben

In unserer modernen Gesellschaft jonglieren viele Frauen zwischen verschiedenen Rollen: Sie sind Mütter, Hausfrauen, Karrierefrauen – und sollen gleichzeitig auch leidenschaftliche Partnerinnen sein. Doch viele Frauen stellen fest, dass ihre sexuelle Lust mit der Zeit abnimmt, vor allem, wenn sie täglich zwischen Haushalt, Kinderbetreuung und Beruf pendeln. Aber warum ist das so? Die Antwort liegt in einer Kombination aus hormonellen, neurologischen und psychologischen Faktoren.

1. Stress blockiert Lust

Stress ist einer der größten Lustkiller. Wenn eine Frau ständig unter Druck steht – sei es durch berufliche Anforderungen, familiäre Verpflichtungen oder gesellschaftliche Erwartungen –, produziert ihr Körper vermehrt Cortisol, das Stresshormon. Cortisol wirkt als natürlicher Gegenspieler von Dopamin und Oxytocin, zwei Botenstoffen, die für Lust, Entspannung und Bindung verantwortlich sind. Hohe Cortisolwerte hemmen das Lustempfinden und sorgen dafür, dass andere Bedürfnisse – wie Schlaf oder Erholung – Vorrang haben.

2. Das Gehirn schaltet auf „Überlebensmodus“

Das limbische System, insbesondere die Amygdala, spielt eine zentrale Rolle bei der Verarbeitung von Emotionen, Angst und Stress. Ist sie überaktiv – was bei Frauen mit Mehrfachbelastung oft der Fall ist –, wird die sexuelle Erregung automatisch unterdrückt. Denn das Gehirn priorisiert in stressigen Situationen das „Überleben“ und nicht die Fortpflanzung oder das Vergnügen.

3. Mentale Erschöpfung als Lustbremse

Neben der physischen Erschöpfung spielt auch die mentale Belastung eine große Rolle. Der präfrontale Kortex, der für Planung, Organisation und Problemlösung zuständig ist, ist bei vielen Frauen ständig aktiv. Gedanken an die Einkaufsliste, Arzttermine oder berufliche Deadlines blockieren das Lustzentrum im Gehirn. Sex erfordert jedoch eine gewisse mentale Freiheit – und die ist im hektischen Alltag oft schwer zu finden.

Ein zusätzlicher Faktor ist, dass viele Männer sich weniger Gedanken um organisatorische Dinge wie Geburtstage, das Putzen oder den Zahnarzttermin der Kinder machen. Dadurch bleibt die mentale Last oft bei den Frauen, was den Stresspegel weiter erhöht und die Lust zusätzlich hemmt.

4. Hormonelle Einflüsse: Das Ungleichgewicht zwischen Testosteron und Östrogen

Die hormonelle Balance beeinflusst die Libido maßgeblich. Testosteron, das nicht nur bei Männern, sondern auch bei Frauen für sexuelles Verlangen sorgt, kann durch chronischen Stress sinken. Gleichzeitig können Östrogenschwankungen (z. B. durch die Pille, Schwangerschaft oder Stillzeit) dazu führen, dass die Lust auf Sex weiter nachlässt.

5. Der Kreislauf aus Schuldgefühlen und Erwartungsdruck

Viele Frauen haben das Gefühl, „funktionieren“ zu müssen – als perfekte Mutter, erfolgreiche Angestellte und leidenschaftliche Partnerin. Wenn dann die sexuelle Lust ausbleibt, entsteht oft ein Teufelskreis aus Schuldgefühlen und Erwartungsdruck. Doch genau dieser Druck verstärkt die Blockade und macht es noch schwieriger, Lust zu empfinden.

Was kann helfen?

Bewusste Entspannung: Entspannungstechniken wie Meditation, Yoga oder bewusste Auszeiten helfen, den Cortisolspiegel zu senken und Lust wieder zuzulassen.

Mentale Entlastung: Eine faire Aufteilung der Haushalts- und Familienaufgaben kann dazu beitragen, den mentalen Overload zu reduzieren.

Kommunikation in der Partnerschaft: Offene Gespräche über Bedürfnisse, Erwartungen und Grenzen können helfen, den Druck zu reduzieren.

Körperliche Nähe ohne Erwartung: Kuscheln, Massagen oder Berührungen ohne sofortige sexuelle Erwartung können das Lustempfinden langsam zurückbringen.

Fazit

Frauen mit Mehrfachbelastung verlieren oft die Lust auf Sex, weil ihr Gehirn und Körper durch Stress, mentale Erschöpfung und hormonelle Faktoren blockiert werden. Statt sich selbst dafür zu verurteilen, hilft es, die Ursachen zu erkennen und aktiv Strategien für mehr Entspannung, Selbstfürsorge und partnerschaftliche Unterstützung zu entwickeln. Lust ist nichts, das auf Knopfdruck funktioniert – sondern ein Zustand, der Raum und Zeit braucht, um sich zu entfalten.

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