💔 Wenn Liebe zur Selbstdarstellung wird – Die zerstörerische Kraft der falschen Sprache der Liebe
Liebe kann heilen, verbinden, Halt geben. Doch sie kann auch trennen, wenn sie am anderen vorbeigeht. Wenn wir immer wieder die falsche Sprache der Liebe sprechen – also jene Form der Zuneigung geben, die wir selbst bevorzugen, anstatt die, die der andere wirklich braucht –, entsteht eine subtile, aber wachsende Distanz.
🗣️ Der eine zeigt Liebe durch Worte, der andere durch Taten; der eine braucht Nähe, der andere Raum. Wenn diese Unterschiede nicht erkannt und respektiert werden, fühlt sich Liebe irgendwann wie ein Missverständnis an. Der eine glaubt, alles zu geben – der andere fühlt sich dennoch leer.
🌹 Hier kommt ein Phänomen ins Spiel, das oft übersehen wird: der altruistische Narzissmus.
Der „altruistische Narzisst“ erscheint auf den ersten Blick selbstlos, fürsorglich, aufopfernd. Er tut alles für den anderen – aber zu seinen eigenen Bedingungen. Seine Liebe ist eine Form von Kontrolle, verpackt in Zuwendung. Er liebt nicht so, wie der andere es braucht, sondern so, wie er sich selbst am besten dabei fühlt, zu geben.
🎭 Er überflutet sein Gegenüber mit Aufmerksamkeit, Geschenken oder Hilfsbereitschaft, oft bis zur Erschöpfung – und erwartet unbewusst dafür Bewunderung oder Dankbarkeit. Doch was wie Großzügigkeit aussieht, ist in Wahrheit eine egozentrische Form des Gebens: Das Motiv liegt weniger im Verstehen des anderen als im Bestätigen des eigenen Selbstbildes.
Für den Partner fühlt sich diese Art von Liebe paradox an: Einerseits bekommt er viel, manchmal zu viel. Andererseits fehlt das Wesentliche – das Gefühl, wirklich gesehen zu werden 👁️. Denn der altruistische Narzisst hört nicht wirklich hin. Er überhört die feinen Signale, die sagen: „Ich brauche weniger von dem, was du gibst, und mehr von dem, was du nicht siehst.“
⚖️ Dieses Missverhältnis führt auf Dauer zu emotionaler Erschöpfung. Der Empfänger fühlt sich innerlich schuldig, weil er die „gut gemeinte“ Liebe nicht erwidern kann, während der Gebende sich unverstanden und verletzt fühlt, weil seine Bemühungen scheinbar ins Leere gehen. So entsteht ein stiller Teufelskreis aus Geben und Leere, Nähe und Entfremdung.
💭 Echte emotionale Intelligenz bedeutet deshalb, innezuhalten und zu fragen:
„Tue ich das gerade für dich – oder für mein eigenes Bedürfnis, gebraucht zu werden?“
Wer diese Frage ehrlich beantworten kann, verlässt die narzisstische Dynamik und öffnet sich für wahre Verbundenheit.
💞 Liebe ist keine Bühne, auf der wir uns selbst inszenieren. Sie ist ein Raum, in dem zwei Menschen lernen, einander zu sehen – jenseits der eigenen Projektionen.
Denn wahre Liebe entsteht nicht durch das ständige Geben, sondern durch das richtige Verstehen: dem anderen das zu schenken, was ihm guttut, nicht das, was uns bestätigt.