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Paartherapie und Beziehungsklärung

Wann ist Paartherapie nicht mehr sinnvoll?

Wer über Paartherapie nachdenkt, möchte häufig wissen, ob die eigene Beziehung noch eine Chance hat. Doch Paartherapie kann nicht jede Beziehung retten und sollte dieses Versprechen auch nicht geben. In manchen Situationen verändert sich vielmehr die Frage: Statt „Wie retten wir unsere Beziehung?“ geht es zunächst darum, ob und wie eine gemeinsame Arbeit überhaupt möglich ist.

Die kurze Antwort: Paartherapie stößt an Grenzen, wenn eine gemeinsame therapeutische Arbeit nicht möglich oder nicht gewollt ist. Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn ein Partner die Beziehung bereits endgültig beendet hat, keinerlei Bereitschaft zur Auseinandersetzung besteht oder eine Situation vorliegt, in der zunächst Schutz und individuelle Unterstützung wichtiger sind. Paarberatung kann dennoch zur Klärung oder Begleitung einer Trennung sinnvoll sein.

Paartherapie ist nicht dasselbe wie eine Beziehung retten

Ein häufiges Missverständnis besteht darin, Paartherapie automatisch mit dem Erhalt einer Beziehung gleichzusetzen.

Eine professionelle Paarberatung sollte jedoch nicht vorgeben, welches Ergebnis richtig ist. Es kann darum gehen, die Beziehung zu stabilisieren. Ebenso kann es darum gehen herauszufinden, ob beide Partner sie überhaupt fortsetzen möchten.

Beziehung verändern

Beide möchten grundsätzlich zusammenbleiben und suchen einen Weg, Konflikte, Distanz oder Verletzungen zu bearbeiten.

Beziehung klären

Einer oder beide wissen nicht mehr, ob sie die Partnerschaft fortsetzen möchten. Dann kann zunächst die Entscheidungsfindung im Mittelpunkt stehen.

Eine Paartherapie ist nicht nur dann gelungen, wenn ein Paar zusammenbleibt. Manchmal besteht ihr sinnvoller Beitrag darin, Klarheit zu schaffen.

In welchen Situationen stößt Paartherapie an Grenzen?

Es gibt keine einfache Checkliste, mit der sich für jedes Paar bestimmen lässt, ob eine Paartherapie noch sinnvoll ist. Bestimmte Situationen erfordern jedoch besondere Aufmerksamkeit.

1

Ein Partner hat die Beziehung bereits endgültig beendet

Wenn einer der Partner eine endgültige Trennungsentscheidung getroffen hat und keinerlei Bereitschaft besteht, diese Entscheidung noch einmal zu betrachten, kann eine Paartherapie mit dem Ziel der Wiederannäherung wenig sinnvoll sein.

Gemeinsame Gespräche können trotzdem hilfreich sein, etwa um die Trennung respektvoll zu gestalten oder Absprachen als Eltern zu treffen.

2

Nur einer soll sich verändern

Paartherapie wird schwierig, wenn einer ausschließlich mit dem Ziel erscheint, dass die Therapeutin dem anderen erklärt, was mit ihm nicht stimmt.

Paartherapie betrachtet in der Regel die Wechselwirkung zwischen beiden Partnern. Dafür braucht es zumindest eine gewisse Bereitschaft, auch den eigenen Anteil an wiederkehrenden Mustern zu betrachten.

3

Es besteht keinerlei Bereitschaft zu einem gemeinsamen Prozess

Unterschiedliche Motivation ist normal. Ein Partner kann deutlich hoffnungsvoller sein als der andere.

Etwas anderes ist es, wenn einer grundsätzlich nicht sprechen, nichts betrachten und keinerlei Veränderung versuchen möchte. Dann fehlt eine wichtige Grundlage für gemeinsame therapeutische Arbeit.

4

Eine akute Gefährdung steht im Vordergrund

Wenn innerhalb einer Beziehung akute Gewalt, Bedrohung oder eine andere konkrete Gefährdung besteht, steht nicht die Verbesserung der Paarkommunikation an erster Stelle.

Dann können zunächst Schutz, Sicherheit und geeignete individuelle beziehungsweise spezialisierte Hilfen erforderlich sein.

5

Eine Affäre besteht weiterhin ungeklärt fort

Eine bestehende Außenbeziehung macht Paartherapie nicht automatisch unmöglich. Sie verändert jedoch die Voraussetzungen.

Wenn gleichzeitig eine verbindliche Wiederannäherung versprochen wird, während die Außenbeziehung heimlich fortgeführt wird, kann eine vertrauensbildende Arbeit erheblich erschwert werden.

Mehr dazu lesen Sie unter Paartherapie nach einer Affäre .

6

Die Beziehung soll nur noch um jeden Preis erhalten werden

Der Wunsch, eine langjährige Beziehung nicht aufzugeben, ist nachvollziehbar. Dennoch sollte Paartherapie nicht dazu dienen, einen Partner zum Bleiben zu überreden.

Wenn nur noch die Angst vor einer Trennung im Mittelpunkt steht, kann es sinnvoll sein, zunächst die Bedürfnisse, Grenzen und Entscheidungsmöglichkeiten beider Partner zu betrachten.

Ist Paartherapie sinnlos, wenn nur einer die Beziehung retten will?

Nicht automatisch. Paare kommen häufig mit sehr unterschiedlicher Motivation in die Beratung.

Einer sagt vielleicht: „Ich möchte unbedingt, dass wir zusammenbleiben.“ Der andere sagt: „Ich weiß überhaupt nicht mehr, was ich möchte.“

Diese Unterschiedlichkeit kann selbst Gegenstand der Gespräche sein. Beide müssen zu Beginn noch keine gemeinsame Entscheidung getroffen haben.

Wenn ein Partner gar nicht teilnehmen möchte, lesen Sie auch: Mein Partner will keine Paartherapie, was kann ich tun?

Ist Paartherapie sinnvoll, wenn keine Gefühle mehr da sind?

Die Aussage „Ich habe keine Gefühle mehr“ kann sehr Unterschiedliches bedeuten. Manchmal ist eine Trennungsentscheidung innerlich tatsächlich bereits weit fortgeschritten.

In anderen Beziehungen haben jahrelange Konflikte, Erschöpfung oder emotionale Distanz dazu geführt, dass Nähe kaum noch wahrgenommen wird.

Deshalb lässt sich aus diesem Satz allein nicht ableiten, ob eine Beziehung beendet ist.

Zum Thema Entfremdung finden Sie weitere Informationen unter Emotionale Distanz in der Beziehung .

Wann sollte man Paartherapie abbrechen?

Auch während einer laufenden Paartherapie kann es sinnvoll sein zu prüfen, ob die gemeinsame Arbeit noch hilfreich ist.

Ein Abbruch sollte nicht allein deshalb erfolgen, weil Gespräche zeitweise unangenehm oder emotional sind. Schwierige Themen gehören häufig zum Prozess.

Es sollte jedoch angesprochen werden, wenn über längere Zeit keinerlei gemeinsames Arbeitsziel besteht, einer der Partner sich im therapeutischen Rahmen dauerhaft nicht sicher fühlt oder die Form der Unterstützung nicht zu den Bedürfnissen des Paares passt.

Was passiert, wenn Paartherapie die Beziehung nicht rettet?

Dann muss die gemeinsame Arbeit nicht automatisch vergeblich gewesen sein.

Manche Paare erkennen im Verlauf der Gespräche, dass sie ihre Beziehung nicht fortsetzen möchten. Trotzdem können sie ein besseres Verständnis dafür entwickeln, warum die Partnerschaft gescheitert ist und wie eine Trennung gestaltet werden kann.

Besonders wenn gemeinsame Kinder vorhanden sind, endet mit der Partnerschaft nicht automatisch die gemeinsame Verantwortung als Eltern.

Dazu finden Sie weitere Informationen unter Co Parenting nach einer Trennung .

Wann ist Trennungsberatung statt Paartherapie sinnvoll?

Trennungsberatung kann sinnvoll sein, wenn die zentrale Frage nicht mehr lautet, wie die Beziehung verbessert werden kann, sondern ob sie fortgesetzt werden soll.

Dabei muss das Ergebnis nicht bereits feststehen. Gerade wenn ein Partner bleiben möchte und der andere zweifelt, kann ein neutraler Rahmen helfen, unterschiedliche Perspektiven zu sortieren.

Mehr dazu finden Sie auf meiner Seite Trennungsberatung in Königs Wusterhausen .

Fragen, die bei der Klärung helfen können

  • Will ich die Beziehung beenden oder möchte ich vor allem, dass sich etwas verändert?
  • Gibt es noch etwas, das mich mit meinem Partner verbindet?
  • Bin ich bereit, auch meinen eigenen Anteil an unserer Dynamik zu betrachten?
  • Welche Veränderungen wären für mich notwendig, damit ich bleiben möchte?
  • Was müsste mein Partner von mir bekommen, damit auch er eine Veränderung erleben könnte?
  • Haben wir bereits innerlich aufgegeben oder wissen wir nur nicht mehr weiter?

Wann ist Paartherapie also nicht mehr sinnvoll?

Die Grenze einer Paartherapie liegt nicht automatisch dort, wo eine Beziehung schwierig geworden ist. Gerade in schweren Beziehungskrisen kann professionelle Unterstützung hilfreich sein.

Entscheidend ist vielmehr, ob noch ein gemeinsamer Prozess möglich ist und welches Ziel dieser Prozess haben soll.

Zusammengefasst:

Paartherapie muss nicht immer bedeuten, eine Beziehung zu retten. Sie kann helfen, Beziehungsmuster zu verändern, Verletzungen zu bearbeiten oder eine Entscheidung zu klären. Wenn eine gemeinsame therapeutische Arbeit nicht möglich ist oder andere Hilfen zunächst wichtiger sind, kann Paartherapie jedoch an ihre Grenzen kommen.

Über die Autorin

Dr. rer. nat. Mareike Dittmer ist Heilpraktikerin für Psychotherapie mit Schwerpunkt Paartherapie und Sexualtherapie. In ihrer Praxis in Zernsdorf, Königs Wusterhausen, begleitet sie Paare bei Beziehungskrisen, wiederkehrenden Konflikten, emotionaler Distanz, Affären, Vertrauensverlust und Trennungsfragen.

Mehr über Dr. Mareike Dittmer und ihre Arbeitsweise

Paartherapie und Trennungsberatung in Königs Wusterhausen

Sie müssen vor dem ersten Gespräch noch nicht wissen, ob Sie Ihre Beziehung fortsetzen oder beenden möchten. Auch diese Frage kann Gegenstand einer Beratung sein.

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